Der angepasste Brutraum

Die Temperatur des Brutnests scheint auch Einfluss auf die Intelligenz der schlüpfenden Biene

zu nehmen. Deswegen sei es nach Beer verheerend, unnötige Eingriffe in das Brutnest vorzunehmen oder schwache Ableger zu bilden. Vielmehr seien Kunstschwärme im Sommer der optimale Weg zum bilden von Jungvölkern. Wie wichtig die Temperatur des Brutnests ist, zeige auch das Verhalten des Volkes vor dem Schwärmen. Hierbei ist bekannt, dass die Königin lange vor dem Schwärmen die Legeleistung reduziert, das ganze Volk wird in dieser Zeit "herunter gefahren". Würde die Königin unvermindert weiter Eier legen und dann mit einer Vielzahl von Bienen schwärmen, so könnte das verbleibende Volk durch die fehlenden Bienen die Brut nicht mehr optimal auf Temperatur halten. Die Bruttemperatur hat laut Beer auch entscheidend Einfluss auf die Varroabelastung im Volk. Da sich die Varroa bei niedriger Bruttemperatur in den Zellen besser vermehren können, sei auch bei schwachen Völkern oder Ablegern die Varroabelastung höher.

Der angepasste Brutraum

Der an die Volksstärke angepasste Brutraum begünstigt die Thermoregulierung innerhalb des Wabenbaus und fördert die Entwicklung des Brutnestes. Zusätzlich wird der Imker gezwungen die Altwaben zu entsorgen und später Zug um Zug durch Mittelwände zu ersetzen.

Bei diesem ersten Eingriff des Jahres in den Wabenbau werden alle nicht komplett von Bienen besetzten Waben entfernt. Grundsätzlich entferne ich beidseitig mindestens die beiden Randwaben. Ausgenommen sind bereits mit Brut besetzte Waben. Durch die Entnahme der äußeren Waben bleibt der Block der Waben die im vergangenen Jahr als Mittelwände eingestellt wurden erhalten. Es werden automatisch die überjährigen Waben entfernt. So ist ein Wabenwechsel alle 2 Jahre bis max. 3 Jahre automatisch gewährleistet.

Grundsätzlich sollten nur so viele Waben verbleiben, dass die vorhandenen Bienen diese auch bei kühlem Wetter komplett besetzen. Die belassenen Waben werden im Block an eine Beutenseite gerückt. Die Anordnung zu den Nachbarwaben bleibt dabei erhalten. Diese Reihenfolge darf nicht geändert werden. Eine neue Zusammenstellung der Waben würde den Wärmehaushalt erheblich stören mit allen negativen Auswirkungen auf die Frühjahrsentwicklung.

 

 

Das Schied

Das Schied kann eine dünne Holzplatte aus wasserfest geleimten Sperrholz oder auch eine Futtertasche sein. Es bildet den Abschluss des Wabenbaus zum nicht ausgefüllten Leerraum.

Beespace

Auch beim Schied soll der Bienen-Abstand (Beespace) von 8 mm rundum eingehalten werden. Das Schied hat außen die gleichen Maße wie die Bruträhmchen. Dadurch erscheint den Bienen der Brutraum als geschlossene Einheit. Sie haben aber die Möglichkeit rund um diesen Abschluss den Lehrraum hinter dem Schied ungehindert zu erreichen. Sie fühlen sich allerdings in Ihrem Brutabteil so wohl, dass eventuell vorübergehend überzählige Bienen lieber unter den Waben eine Traube bilden, als sich hinter dem Schied aufzuhalten.

Auf einer Platte unter dem Gitterboden würde sich das Gemüll sammeln und zu einer Brutstätte für Wachsmotten werden.

 

Diese Einlegeplatte

soll etwa drei Viertel des Bodens bedecken. Sie dient nur der optimalen Klimatisierung des Brutraum und nicht als Diagnose-Windel.

Das Bodengitter hinter dem Schied unter dem Leerraum soll möglichst frei bleiben. Die Bienen nutzen es dort zur Lüftung der Honigräume Leerraum hinter dem Schied

 

Den Leerraum hinter dem Schied

nutze ich zu dieser Zeit um den Bienen Futterreste auf den entnommenen Waben zum Umtragen anzubieten. Dazu werden die Zelldeckel auf den entnommenen Waben mit dem Stockmeißel angerissen und die Waben mit großem Abstand zueinander hinter das Schied gehängt. Die Bienen tragen in relativ kurzer Zeit das Futter von den Waben außerhalb der geschlossenen Wohnung (so empfinden die Bienen ihren durch das Schied abgeschlossenen Wabenblock) und lagern es nahe der Brut wieder ein. Dies sorgt wie eine frühe Nektartracht für einen verstärkten Bruteinschlag und damit zu einer zügigeren Frühjahrsentwicklung.

Gitterboden und Einlegeplatte

Der Gitterboden bleibt bei mir fast das ganze Jahr über offen. Lediglich zur Zeit der Varroareduzierung schiebe ich eine Kontrollplatte unter das Gitter.

Im Frühjahr nach dem Reinigungsflug und dem Säubern des Bodens lege ich eine dünne Sperrholzplatte unter die Bruträhmchen auf das Bodengitter, damit die Bienen es belaufen können und sauber halten.

Ein Vorzug des angepassten Brutraums

Ein Vorteil unserer Betriebsweise mit dem angepassten Brutraum besteht darin, dass nach dem Einengen und eventuellem Umtragen der Futterreste durch die Bienen alle überschüssigen und damit ausgemusterten Waben des gesamten Jahres in kürzester Zeit zum Einschmelzen zur Verfügung stehen.

 

Futterversorgung

Neben dem Sicherstellen der Futterversorgung kann der Imker im März wenig tun. Er wartet ab, bis die ersten größeren Brutkreise schlüpfen. Bis dahin sinkt die Anzahl der Bienen. Denn es sterben mehr Altbienen als junge Immen schlüpfen.

 

Wenn diese Phase überwunden ist und das Wetter den Bienen Tracht beschert, muss das Volk erweitert werden. Dies kann bereits Ende März der Fall sein, kann sich aber auch - je nach Wetterlage und Trachtverhältnis - bis etwa Mitte April hinziehen.

 

 

Arbeiten im März

 Reinigung des Beutenbodens

 erste große Durchsicht

 um „Schwächlinge“ kümmern

 Einengen des Bienensitzes

 Einhängen der Drohnenwabe

 ca. 5-6 Kg Futter belassen

 Futterreste hinter dem Schied ausfressen lassen

 Einschmelzen der Altwaben

Worauf man achten sollte...

 

Auf den Futtervorrat achten! Pollen und Honig. Es besteht bei schlechtem Wetter

die Gefahr des Hungerns und damit eine Störung der Volksentwicklung, wenn kein Futter mehr vorhanden ist.

 

Auf das Verhonigen des Brutnestes achten, vor allem gegen Ende der Frühtracht.

 

Wabenpflege:

Im Brutraum Waben mit unregelmäßigem Bau oder zu langen oder zu kurzen Zellen entfernen, da sie sonst mit Pollen oder Nektar zugekleistert werden.

 

Honigraum Immer einen neuen Honigraum rechtzeitig aufsetzen – nicht zu lange

warten.

Dabei die Bienen zum Bauen im Honigraum bewegen. Das Bauen mindert

die Schwarmlust.

Flugradius: Wie weit fliegen Bienen zum Nektarsammeln?

Ist mein Stellplatz ausreichend, um ein Bienenvolk zu ernähren?

 

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